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Yolanda González Martín

Yolanda González Martín (20.01.1961-01.02.1980) wurde als Tochter einfacher Arbeiter*innen in Bilbao im Baskenland geboren. Als Sechzehnjährige wurde sie Mitglied der Izquierda Socialista (kurz: IS; deutsch: Sozialistische Linke). Ihr politisches Denken hat sich danach in Richtung Trotzkismus entwickelt. Mit achtzehn Jahren – kurz nach dem Ende des Franco-Regimes – zog Yolanda nach Madrid. Dort brachte sie sowohl ihr Studium als auch ihre Arbeit mit ihrem Aktivismus in Einklang. Sie war aktives Parteimitglied des Partido Socialista de los Trabajadores (kurz: PST; deutsch: Sozialistische Arbeiterpartei) sowie Teilnehmerin des Coordinadora de Estudiantes de Enseñanza Media de Madrid (deustch: Koordination der Studierenden der Medien in Madrid). Yolanda lebte in einer Wohngemeinschaft mit ihrem Partner und einer Genossin.

Am 1. Februar 1980 wurde Yolanda von Mitgliedern der Partei Fuerza Nueva (kurz: FN; deutsch: Neue Kraft; Faschistische Partei im Spanien nach Ende des Franco Regime) entführt, wobei zwei Polizisten involviert waren. Sie wurde ins Auto gezerrt, verhört und beschimpft. Der tote Körper Yolandas wurde am 2. Februar 1980, ermordet durch drei Schüsse, in der Umgebung Madrids gefunden. Sie war nur neunzehn Jahre alt. Die paramilitärische Faschistische Organisation Batallón Vasco Español (kurz: BVE; deutsch: Spanisches Baskenbataillon) bekannte sich zur Ermordung. Nach den Festnahmen und dem folgenden Prozess wurden sechs Männer zu Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und 43 Jahren verurteilt. Emilio Hellín Moro, hauptverantwortlich für die Entführung sowie die Ermordung Yolandas, hat nach nur sieben Jahren im Gefängnis die Flucht ergriffen. Interpol verhaftete ihn im Jahr 1990 in Paraguay, wo er vom Stroessner-Regime geschützt wurde. Nach nur sechs Jahren in einem spanischen Gefängnis kam er wieder frei und arbeitete von da an direkt als Berater für verschiedene spanische Polizeibehörden. Zwischen 2006 und 2011 hat das Innenministerium von Spanien für seine Arbeit als Gerichtssachverständiger 140.000 Euro an Emilio Hellín gezahlt.

Die Zivilgesellschaft von Spanien und dem Baskenland vergisst Yolanda nicht. Sie ist nun Namensgeberin öffentlicher Räume in Bilbao sowie in Madrid. Außerdem wurden ein Buch und ein Dokumentarfilm über sie publiziert.

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