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Ulrike Meinhof

Ulrike Marie Meinhof (07.10.1934-09.05.1976) wuchs in einer konservativen, bürgerlichen Familie auf. Während ihres Studiums in Marburg und Münster begann sie sich in der in den 1950er Jahren aufkommenden Bewegung gegen Atomwaffen und die Wiederbewaffnung der bundesdeutschen Streitkräfte zu engagieren.

Ab 1959 begann sie für die linke Zeitschrift konkret zu schreiben und erlangte mit ihren Artikeln zu antifaschistischen und antiimperialistischen Themen auch über linke Kreise hinaus einige Bekanntheit. Für einige Jahre war sie in dieser Zeit darüber hinaus auch Mitglied der KPD, bevor sie die Partei unter anderem aufgrund ihrer Kritik an der bedingungslosen DDR-Unterstützung von Seiten der Parteiführung verließ. Von nun an engagierte sie sich vor allem in der entstehenden Außerparlamentarischen Opposition (kurz: APO) und war unter anderem Rudi Dutschke freundschaftlich eng verbunden.

Die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg am 02. Juni 1967 in Westberlin war für Ulrike ein einschneidendes Ereignis. In Folge des Mordes und des zunehmend repressiven Klimas in der Bundesrepublik radikalisierte sie sich immer weiter und wurde zu einer der bekanntesten Fürsprecher:innen von politischer Militanz. Auch entwickelte sie eine immer klarere Klassenposition und begann sich im Rahmen der sogenannten Randgruppenstrategie zu engagieren, welche in den am meisten vom Kapitalismus ausgebeuteten und unterdrückten Segmenten der Klasse (Arbeitslose, Heimkinder, Auszubildende etc.) die Triebfeder für revolutionäre Veränderungen erkannte.

Am 14. Mai 1970 war sie eine der Protagonist:innen der Befreiung ihres Genossen Andreas Baader. Das daraufhin veröffentlichte Schreiben Die Rote Armee aufbauen war die erste öffentliche Erklärung der Roten Armee Fraktion (kurz: RAF) und wurde maßgeblich von ihr verfasst, ebenso wie der folgende Text Das Konzept Stadtguerilla. Damit wurde sie zu einer der maßgeblichen Exponent:innen der Stadtguerilla in der BRD. Die staatliche und mediale Hetze gegen die Genoss:innen fokussierte sich vor allem auf sie und Andreas.

Nachdem sie auf verschiedenen Ebenen die bewaffnete Politik der RAF aus dem Untergrund mitgestaltete, wurde sie am 14. Juni 1972 verhaftet. Auch im Knast fuhr sie damit fort, sich politisch zu äußern und denunzierte die tödliche Knastpolitik der BRD und vor allem die Praxis der »weißen« (keine sichtbaren körperlichen Schäden hinterlassenden) Folter. Nach Jahren der Isolationshaft wurde sie am 09.05. 1976 in ihrer Zelle in Stuttgart-Stammheim erhängt aufgefunden. Für die revolutionäre Linke war bereits damals klar, dass der von den Repressionsbehörden proklamierte Selbstmord fingiert war und Ulrike ermordet worden ist.

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