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Ivana Hoffmann

Ivana Hoffmann (01.09.1995-15.03.2015) wurde in Emmerich in Nordrhein-Westfalen geboren. Aufgewachsen ist sie in Meidrich, einem proletarisch geprägten Stadtteil Duisburgs. Dort hat sie von ihrer Kindheit an das Wechselspiel von Alltagsrassismus und kapitalistischer Klassengesellschaft erleben können und früh gelernt es zu hinterfragen. Die jugendliche Afrodeutsche wurde Mitglied der kommunistischen Gruppe »Young Struggle«, beteiligte sich an verschiedensten Aktionen als Feministin, Antikapitalistin und Internationalistin.

Als Internationalistin richtet sie ihren Blick auf die Revolution in Rojava. Nach dem reaktionären Roleback, das dem arabischen Frühling folgte, wurde der syrische Staat von einem blutigen Bürgerkrieg zwischen dem säkular-nationalistischen Regime und faschistoiden Dschihadisten erschüttert. In dem entstandenen Machtvakuum gelang es der sozialistischen Partiya Yekîtiya Demokrat (kurz: PYD ; deutsch: Partei der Demokratischen Union) in den kurdischen Gebieten die Kontrolle zu übernehmen, und mit dem Aufbau einer neuen Gesellschaft zu beginnen, abseits von Patriarchat, Unterdrückung und Kapitalismus. 2014 drohte dies Alles vernichtet zu werden. Von der türkischen Regierung unterstützt, rückten die Horden des Islamischen Staates (kurz: IS) auf die befreiten Gebiete vor.

Ivana war nicht bereit dem zuzusehen. »Ich will ein Teil der Revolution in Rojava sein.«, schreibt sie in einem Abschiedsbrief, »Ich werde den Internationalismus der Partei vertreten und ein Teil der organisierten, bewaffneten Bewegung sein.« und weiter » Ich werde eine Guerilla voller Nächstenliebe und Hoffnung sein«. Die Abiturientin brach die Schule ab und schloß sich, über die Marksist Leninist Komünist Parti (kurz: MLKP; deutsch: Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei), der Yekîneyên Parastina Jin (kurz: YPJ; deutsch Frauenverteidigungseinheiten) an. In den Monaten in denen die junge Guerillera, inzwischen ausgebildete MG-Schützin, ihren Kampf aufnahm, wurde der Vormarsch des IS gestoppt. Vor den ungläubigen Augen der Welt, unter dem ohnmächtigen Geheule des türkischen Staates, schlugen die YPG/YPJ den IS vor Kobane und Cizre.

Als der IS im Rückzug versuchte, ein assyrisches Dorf auszulöschen, gelang es Ivanas Einheit das Dorf zu verteidigen. Ivana fiel in dieser Schlacht, am 15. März 2015 in Til Temir.

Mit allem Zynismus deutscher Staatsräson wurde nachher versucht, im Interesse des NATO-Partners Türkei, ihren Tod gegen die MLKP zu verwenden. Vergeblich, ihre Mutter Michaela und ihre Genoss*innen in Deutschland hielten Ivanas Andenken hoch und zeigten das Bild einer tapferen Kommunistin, die, wie ihre Mutter sagt: » Eine andere Seite des Lebens zeigen konnte«.

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