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Benno Ohnesorg

Benno Paul Johann Ohnesorg (15.10.1940-02.06.1967) war ein Aktivist der westberliner Anti-Kriegsbewegung. Er engagierte sich vor allem in christlichen Studierendenkreisen und war aus einer christlich-sozialen Motivation heraus entschiedener Antiimperialist. Am 02. Juni 1967 nahm er in Westberlin an der Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien, Mohammad Reza Pahlavi, teil. Im Verlauf der Demonstration wurde Benno von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen.

Dieser Mord erschütterte die Linke in Westberlin und der BRD und trug maßgeblich zur Radikalisierung von Studierenden- und Jugendbewegung bei, welche schließlich ab 1968 einen Teil der weltweiten antiautoritären Sozialrevolte bilden sollte. Der bundesdeutsche Staat zeigte mit diesem Mord offen seine mörderische Fratze, auch wenn Kurras wohl nicht auf Befehl gehandelt hat. Dennoch machte dieses Ereignis für viele Linke in der BRD und Westberlin deutlich, dass mit friedlichen Demonstrationen und Reformismus nichts für die revolutionäre Sache zu machen war – vor allem, weil Kurras in dem auf den Mord folgenden Prozess freigesprochen wurde.

Nachdem im Jahr 2009 bekannt wurde, dass Kurras neben seiner Tätigkeit in der Polizei auch Spitzel für die DDR-Staatssicherheit gewesen war und (unabhängig davon) neue Indizien bekannt wurden, dass eine Notwehrsituation in keinster Weise gegeben war, gab es Überlegungen den Prozess gegen den mittlerweile hochbetagten Kurras neu zu eröffnen. Dies geschah nicht.

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